Illegaler Müllexport und Körperverletzung: Gerichtsprozess gegen bayerischen Unternehmer beginnt

Am 11. Juni beginnt am Landgericht Weiden in der Oberpfalz der Strafprozess gegen den 43-jährigen Geschäftsführer einer bayerischen Recyclingfirma und einen 57-jährigen Mann aus Tschechien.

Laut einer Mitteilung, die das Landgericht Weiden, vor wenigen Tagen an die Medien versendet hat, erhebt die Staatsanwaltschaft Weiden schwerwiegende Vorwürfe gegen den 43 Jahre alten Geschäftsführer einer Recyclingfirma aus Bayern. Neben dem illegalen Export von teils gefährlichen Abfällen wirft sie ihm vorsätzliches unerlaubtes Betreiben von Anlagen, Urkundenfälschung und gefährliche Körperverletzung vor.

Illegaler Export nach Tschechien und Polen

Die Firma des Angeklagten soll unter seiner Anweisung und Anleitung seit dem Jahr 2024 in mindestens 54 Fällen ohne Einhaltung der rechtlichen Vorgaben sowohl als gefährlich als auch als nicht gefährlich eingestufte Abfälle über die deutschen Grenzen nach Tschechien und Polen verbracht haben. 

Ein Teil der Abfälle, darunter zerkleinerte Rotoren von Windkraftanlagen und Flugzeug-Schrott, war um den Jahreswechsel 2024/25 auf einer illegalen Halde in dem tschechischen Dorf Těchanov gelandet. Auch die Reste eines Rennwagens von Audi und geschredderte Batterie-Teile fanden sich dort. 

Giftige Stoffe eingeatmet?

Die weiteren Tatvorwürfe gegen den Geschäftsführer stehen im Zusammenhang mit einer von seinem Unternehmen im Landkreis Schwandorf betriebenen Batterie-Recyclinganlage. Diese wies offenbar gravierende technische Mängel auf und war undicht, so dass gefährliche Stoffe entweichen konnten.

Laut Mitteilung des Landgerichts Weiden wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor, „die zumutbare und gebotene Abschaltung der Anlage unterlassen zu haben“. Er habe billigend in Kauf genommen, dass seine Mitarbeiter gesundheitsgefährdende Stoffe einatmen.

Neben dem Unternehmer aus Bayern ist auch ein 57-jähriger Mann aus Tschechien angeklagt. Er soll im Rahmen einer Tätigkeit für eine tschechische Niederlassung der Recyclingfirma die Abfalltransporte organisiert haben.

Im Strafprozess gegen die beiden Angeklagten sind bislang insgesamt zwölf Verhandlungstage terminiert. Es sind etwa 40 Zeugen geladen, darunter Mitarbeiter der Recyclingfirma, Vertreter der staatlichen Aufsichtsbehörden sowie deutsche und tschechische Ermittlungsbeamte.