Das Erbe der Müll-Mafia (Teil 2): Der schwarze Fleck von Oelsig

Tausende alte Reifen warten auf einem illegalen Lager vor der Ortschaft Oelsig im südlichen Brandenburg auf ihre Entsorgung. Sie warten schon seit vielen Jahren.

Es ist ein schwarzer Fleck in der Landschaft. Die Reifen lagern auf einem von – natürlich – Reifen abgegrenzten Gelände. Zu den Pneus kommen noch andere Abfälle aus Gummi. Insgesamt eine brandgefährliche Altlast, auf der die Menschen in Oelsig sitzen – seit fast zwei Jahrzehnten.

In dieser langen Zeit ist es den Behörden nicht gelungen, den Grundstückseigentümer, der für die Gummiflut verantwortlich ist, zum Aufräumen und zu einer ordnungsgemäßen Entsorgung zu bewegen. Vielmehr haben sich der Landkreis Elbe-Elster und das Land Brandenburg jahrelang darüber gestritten, wer für diesen Fall überhaupt zuständig ist.

Im vergangenen Jahr setzte das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg einen Schlusspunkt unter diesen Streit. Seitdem ist klar, dass der schwarze Fleck von Oelsig in die Zuständigkeit des Landkreises fällt. Den Grundstückseigentümer kann die Behörde nun aber nicht mehr zur Verantwortung ziehen. Der Mann ist vor zwei Jahren gestorben. Nur einen Monat nach dessen Tod brannte sein Erbe. Es war der dritte Brand auf dem Gelände.

Eine Brandgefahr durch Selbstentzündung schließt der Landkreis aus, nicht aber „durch Fremdeinwirkung“. Die Altreifen fachgerecht zu entsorgen und damit die Feuergefahr für allemal zu bannen, würde 450.000 bis 600.000 Euro kosten. – Geld, das bis heute niemand dafür ausgeben will.

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