Die illegalen Müllberge von Vogelsdorf und ihre neuen Eigentümer: Von Sorbus über Reikan zu Reißner

Die neuen Eigentümer der illegalen Deponie in Vogelsdorf bei Berlin betreiben mehrere Abfallanlagen, vor allem in Sachsen. Um sie rankt sich ein weit verzweigtes Unternehmensgeflecht.

Rund 80.000 Tonnen Müll türmen sich in Vogelsdorf auf.

Andernorts in Brandenburg kauften Gemeinden die Gründstücke, die zuvor von Entsorgungsfirmen als Müllkippen missbraucht wurden. Aufgeräumt wurde oder wird dort auf Kosten des Landes. In Friedrichsthal im Amt Gartz etwa war das so. In Neuendorf bei Niemegk ebenfalls. Allein diese Aufräumaktion hat den Steuerzahler rund sieben Millionen Euro gekostet. In Jänickendorf südlich von Luckenwalde ging es mittlerweile ebenfalls los.

Doch ausgerechnet bei dem illegalen Abfalllager in Vogelsdorf bei Berlin, das mit seinen rund 80.000 Tonnen Dreck auf einer Prioritätenliste des Landes ganz oben steht, geht es bislang nicht voran. Dort hat zwar, wie berichtet, auch der Grundstückseigentümer gewechselt. Der neue Eigentümer ist aber nicht die Gemeinde Fredersdorf-Vogelsdorf.

Versuch einer Annäherung: Das Unternehmensgeflecht rund um die beiden Geschäftsführer der Sorbus GmbH, dem neuen Eigentümer der illegalen Müllhalde in Vogelsdorf.

Das Gelände gehört jetzt einer Firma namens Sorbus. Sorbus ist Teil eines komplexen Unternehmensgeflechts. Mehrheitseigentümer der Sorbus GmbH ist ein weiteres Unternehmen, die Reikan GmbH. Gesellschafter dieser Firma sind die drei Brüder Markus, Patrick und Andreas Reißner. Die beiden Letztgenannten fungieren auch als Geschäftsführer von Sorbus.

Der Familie Reißner mit Vater Thomas Reißner an der Spitze gehören noch weitere Unternehmen und Abfallanlagen. All das zeigen Recherchen von muellrausch.de, die am 24. Januar 2019 in einem Vortrag in Fredersdorf-Vogelsdorf erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Die Folien zum Vortrag stehen hier zum Download zur Verfügung:

Auch in Vogelsdorf wollen die Reißners künftig eine Abfallanlage betreiben. Sie haben angeboten, die illegalen Dreckberge zu beseitigen. Im Gegenzug wollen sie den Entsorgungsbetrieb an diesem Standort wiederbeleben. Die Umsetzung dieses Vorhabens kann mehrere Jahre dauern. Derzeit ist aber noch fraglich, ob es überhaupt dazu kommt. Vor Ort stoßen die Pläne für eine neue Entsorgungsanlage auf große Skepsis.


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